"Emotionale Interaktionen mit KI-Systemen": Abschlussvortrag von Journalist-in-Residence Christoph Koch

Emotionale Interaktionen mit KI-Systemen: Erste Antworten und neue Fragen

📅 Don­ners­tag, 29. Janu­ar 🕒 ab 17 Uhr 📍 Max-Planck-Insti­tut für Intel­li­gen­te Sys­te­me Tübingen

Portraitfoto von Christoph Koch in hellem Hemd vor grauem Hintergrund

"Wir sehen gera­de einen deut­li­chen Back­lash gegen gene­ra­ti­ve KI all­ge­mein und gegen eine pri­vat-emo­tio­na­le Nut­zung von KI-Sys­te­men im Beson­de­ren. Mei­ne Rol­le als Jour­na­list sehe ich dabei unter ande­rem dar­in, eine Über­steue­rung und ein Schwarz-Weiß-Den­ken zu ver­hin­dern. Ich will Risi­ken und nega­ti­ve Ent­wick­lun­gen klar benen­nen, bei­spiels­wei­se die soge­nann­te Syco­phan­cy vie­ler Chat­bots und eine star­ke Kom­mer­zia­li­sie­rung. Ich möch­te aber gleich­zei­tig nicht in die Fal­le tap­pen, jeden Men­schen, der ChatGPT oder einer App wie Repli­ka ihr Herz aus­schüt­ten, auto­ma­tisch als nai­ven Pro­blem­fall abzustempeln."

In sei­ner Abschluss­prä­sen­ta­ti­on am 29. Janu­ar 2026 wird Jour­na­list-in-Resi­dence Chris­toph Koch berich­ten, was er in Gesprä­chen mit For­schen­den sowie aus ers­ter Hand von Nut­ze­rin­nen und Nut­zern erfah­ren hat. Außer­dem wird er einen Ein­blick geben, wel­che Erkennt­nis­se er durch Lek­tü­re von Stu­di­en und Papers gewin­nen konn­te und wel­che eige­nen Erfah­run­gen er mit Chat­bots und "AI Com­pa­n­ions" gesam­melt hat.

Im Anschluss wird es die Mög­lich­keit zur Dis­kus­si­on und zum wei­te­ren Aus­tausch zu die­sem gesell­schaft­lich höchst rele­van­ten The­ma geben.

Hier kön­nen Sie sich anmel­den. Vor­trags­spra­che ist Deutsch, der Talk fin­det im Tübin­ger Max-Planck-Insti­tut für Intel­li­gen­te Sys­te­me im Max-Planck-Ring 4 statt.

Journalist-in-Residence Christoph Koch

Vor weißem Hintergrund sind geometrische Formen in gelb und Blautönen zusammen mit einem Portraitfoto von Christoph Koch angeordnet. Mittig rechts ist ein schwarzer Kreis mit weißer Schrift ("Journalist-in-Residence-Programm - JIR"). Am unteren Bildrand sind die Logos von Cyber Valley, RHET AI und der VolkswagenStiftung.

Chris­toph Koch war als "Jour­na­list-in-Resi­dence" von Okto­ber bis Dezem­ber 2025 in Tübin­gen zu Gast. In die­ser Zeit hat­te er Gele­gen­heit, der Fra­ge nach­zu­ge­hen, wie emo­tio­na­le Inter­ak­tio­nen mit KI-Sys­te­men die Bezie­hung zwi­schen Mensch und Maschi­ne ver­än­dern könn­ten. Sei es als bes­ter Freund, auf­merk­sa­me Zuhö­re­rin, unter­stüt­zen­de Psy­cho­the­ra­peu­tin oder roman­ti­scher Partner.

"Ich habe vom ers­ten Tag mei­nes Auf­ent­halts an fest­ge­stellt, dass emo­tio­na­le KI-Nut­zung ein The­ma ist, das der­zeit vie­le Men­schen beschäf­tigt", sagt er. "Ob in der For­schung, im Bekann­ten­kreis oder der Fami­lie – vie­le beob­ach­ten eine Ver­schie­bung von einer rein sach­lich-effi­zi­en­ten KI-Nut­zung hin zu mehr und mehr pri­va­ten und per­sön­li­chen Gesprä­chen." Das lie­ge auch dar­an, dass Anbie­ter die­ses Ver­hal­ten gezielt för­dern und ver­stär­ken – bei­spiels­wei­se um die Nut­zung und Ver­weil­dau­er zu erhöhen.

Über die­se wirt­schaft­li­chen Hin­ter­grün­de wird Chris­toph in sei­ner Abschluss­prä­sen­ta­ti­on eben­so spre­chen wie über sei­ne Erleb­nis­se in einem Senio­ren­heim mit einem "Social Bot" und den Ergeb­nis­sen eines Work­shops mit Nut­ze­rin­nen und Nut­zen von "AI Companions".


Foto­credits

Foto Chris­toph Koch: Urban Zin­tel (Ran­dom House)