Europäisches Doktorand:innennetzwerk zu Language Awareness, Mehrsprachigkeit und Digitalität – Bewerbungen auf Promotionsstellen ab jetzt möglich
Wie verändert die digitale Transformation unser Sprachbewusstsein? Welche Rolle spielen Mehrsprachigkeit und sprachliche Vielfalt für gesellschaftliche Teilhabe und Zusammenhalt? Und wie lassen sich Herausforderungen wie sprachliche Ungleichheit, Bias in KI-Systemen oder der technologische Abstand zwischen ressourcenstarken und ressourcenschwachen Sprachen bewältigen?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich das neue europäische Doktorand:innennetzwerk MultiLAwa (Multilingualism and Language Awareness in the Digital Age). Das von der Europäischen Union im Rahmen der Marie Skłodowska-Curie Actions – Doctoral Networks Joint Doctorates (DN-JD) geförderte Projekt vereint führende Universitäten und Praxispartner aus ganz Europa, um die Zusammenhänge zwischen Mehrsprachigkeit, Sprachbewusstsein (Language Awareness) und digitaler Transformation zu erforschen.
Internationale Promotionsstellen

Im Rahmen von MultiLAwa werden 14 vollständig finanzierte Promotionsstellen für den Zeitraum vom 1. November 2026 bis zum 31. Oktober 2029 ausgeschrieben. Die Doktorand:innen absolvieren jeweils ein gemeinsames Promotionsprogramm an zwei europäischen Universitäten und arbeiten in internationalen Forschungsteams an Themen rund um Mehrsprachigkeit, Sprachpolitik, digitale Kommunikation, Sprachtechnologien und Künstliche Intelligenz.
Das Netzwerk verbindet zehn Universitäten mit zahlreichen Partnerorganisationen aus Wissenschaft, Kultur, Bildung und Wirtschaft und bietet den Promovierenden neben ihrer Forschung ein umfangreiches Qualifizierungsprogramm sowie internationale Forschungsaufenthalte.
Eine Übersicht über die offenen Promotionsstellen finden Sie hier.
RHET AI Center als Partner im Netzwerk
Auch das Center for Rhetorical Science Communication Research on Artificial Intelligence (RHET AI) ist als Associated Partner Teil des Netzwerks. Besonders beteiligt ist dabei der Lehrstuhl für Wissenschaftskommunikation mit Schwerpunkt Linguistik von Prof. Dr. Annette Leßmöllmann, der sich seit vielen Jahren mit Fragen von Sprache, Medien, Wissenschaftskommunikation und Künstlicher Intelligenz beschäftigt.
Im Rahmen des Projekts wird das RHET AI Center Forschende aus zwei Promotionsprojekten während ihrer Forschungsaufenthalte begleiten:
Dieses Promotionsprojekt wird gemeinsam von der Universität Zürich und der Universität Mannheim durchgeführt.
Im Mittelpunkt stehen Sprachideologien in Wissenschaft, Politik und Wirtschaft sowie deren Bedeutung für gesellschaftliche Kommunikationsprozesse.
Ein geplanter Forschungsaufenthalt führt die Promovierenden an das RHET AI Center.
Das gemeinsame Promotionsprojekt der Universität Kopenhagen und der Université de Lorraine untersucht Fragen geschlechtergerechter Sprache in KI-generierten Texten aus mehrsprachiger Perspektive.
Neben dem Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) ist auch das RHET AI Center als Forschungsstandort beteiligt.
Anschluss an die Forschung des RHET AI Centers
Die beiden Projekte berühren zentrale Forschungsfragen, mit denen sich das RHET AI Center und der Lehrstuhl für Wissenschaftskommunikation mit Schwerpunkt Linguistik seit Beginn ihrer Arbeit intensiv beschäftigen.
Durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz umfasst Sprachbewusstsein heute weit mehr als klassische metasprachliche Kompetenzen. Um digitale Kommunikationsräume zu verstehen und mitzugestalten, werden zunehmend auch Medien- und Modellkompetenzen benötigt. Dies gilt insbesondere für die Wissenschaftskommunikation: Wissenschaftliche Inhalte müssen sprachlich reflektiert, zielgruppengerecht vermittelt und zugleich im Kontext KI-gestützter Kommunikationsformen kritisch eingeordnet werden.
Gleichzeitig prägen digitale Medien und KI-Systeme selbst gesellschaftliche Vorstellungen von Sprache, Wissen und Bedeutung. Sie fungieren zunehmend als kommunikative Akteure, die Diskurse beeinflussen und damit auch das gesellschaftliche Sprachbewusstsein mitformen. MultiLAwa bietet daher einen wichtigen Rahmen, um diese Entwicklungen aus linguistischer, kommunikationswissenschaftlicher und gesellschaftlicher Perspektive gemeinsam zu untersuchen.
Bewerbung und Informationsveranstaltung
Die Bewerbung für die 14 Promotionsstellen ist ab sofort möglich.
Bewerbungsfrist: 8. Juli 2026
Online-Informationsveranstaltung:
16. Juni 2026, 14:00 Uhr (CEST)
Interessierte Bewerber:innen benötigen in der Regel einen Masterabschluss in Linguistik, Sprachwissenschaft oder einem verwandten Fachgebiet. Weitere Voraussetzungen umfassen die Einhaltung der Mobilitätsregeln des Netzwerks sowie Sprachkenntnisse auf mindestens B2-Niveau in Deutsch und Englisch.
Ansprechpartnerinnen
RHET AI Center / KIT

Prof. Dr. Annette Leßmöllmann
Lehrstuhl Wissenschaftskommunikation mit dem Schwerpunkt Linguistik, KIT
Unit head, Unit 1: Discourse & Narratives, RHET AI Center
Dr. Monika Hanauska
Akademische Oberrätin
Lehrstuhl Wissenschaftskommunikation mit dem Schwerpunkt Linguistik, KIT
Unit head, Unit 1: Discourse & Narratives, RHET AI Center


Patrizia Attar, M.A.
Lehrstuhl Wissenschaftskommunikation mit dem Schwerpunkt Linguistik, KIT
Unit 1: Discourse & Narratives, RHET AI Center
Projektkoordination
Prof. Dr. Hélène Vinckel-Roisin (Université de Lorraine)
Professorin für Linguistik der deutschen Gegenwartssprache
Université de Lorraine (Nancy)
UFR Arts, Lettres et Langues

Weiterführende Links
- Weitere Informationen zum Projekt, zu den Promotionsstellen und zum Bewerbungsprozess finden sich auf der offiziellen Projektwebsite von MultiLAwa.
- Weitere Details zur Bewerbungsverfahren und zum Doktorand:innennetzwerk finden Sie hier