AI und Menschen auf einer Waage symbolisieren Gerechtigkeit

Neue Arbeitsgruppe zu "AI & Global Justice" gestartet

Unse­re Kol­le­gin Dr. Anne Burk­hardt konn­te zusam­men mit Dr. Bea­tri­ce Bona­mi (Uni­ver­si­ty of Edin­burgh, Schott­land) und Dr. Fran­ciel­le Var­gas (Uni­ver­si­ty of Sant­ia­go, Chi­le) erfolg­reich eine neue Arbeits­grup­pe zu „AI & Glo­bal Jus­ti­ce“ am Tübin­ger Inter­di­sci­pli­na­ry Cent­re for Glo­bal South Stu­dies (ICGSS) ins Leben rufen.

Die Arbeitsgruppe

Pas­send zur Ziel­set­zung des Insti­tuts, wel­ches den Dia­log zwi­schen Forscher:innen, Wissenschaftler:innen und Post­gra­dua­tes aus Afri­ka, der Asi­en-Pazi­fik Regi­on, Latein Ame­ri­ka und Euro­pa zu The­men der intel­lek­tu­el­len Her­aus­for­de­run­gen des Glo­ba­len Südens för­dert, beschäf­tigt sich die Arbeits­grup­pe mit zen­tra­len Gerech­tig­keits­fra­gen von Künst­li­cher Intel­li­genz in genau die­sen Ländern.

Gera­de im Kon­text des zunächst wirt­schaft­lich und in digi­ta­len Infra­struk­tu­ren über­le­ge­nen Glo­ba­len Nor­dens trägt der Glo­ba­le Süden einen gro­ßen Anteil der wirt­schaft­li­che, öko­lo­gi­sche und sozia­len Kos­ten, zum Bei­spiel durch den Abbau von Roh­stof­fen, men­schen­ver­ach­ten­den Arbeits­be­din­gun­gen, Daten­ko­lo­nia­lis­mus oder den hohen Ener­gie­ver­brauch der Rechenzentren. 

Aber auch epis­te­mi­sche Gerech­tig­keits­fra­gen ste­hen in der Arbeits­grup­pe im Fokus: Wes­sen Wis­sen, Spra­chen, Wer­te und Erfah­run­gen wer­den in KI-Sys­te­men reprä­sen­tiert und wel­che Per­spek­ti­ven blei­ben unsicht­bar oder wer­den marginalisiert?

Anhand ver­schie­de­ner empi­ri­scher und theo­re­ti­scher Ansät­ze wie der deko­lo­nia­len Theo­rie oder dem diver­si­täts­sen­si­blen Design und den Per­spek­ti­ven aus bei­den Regio­nen soll unter­sucht wer­den, wie KI glo­ba­le Unge­rech­tig­kei­ten sicht­bar macht, oder sogar ver­stärkt und ver­än­dert. Gleich­zei­tig sol­len Ansät­ze für einen glo­bal gerech­te­ren Umgang mit KI-Tech­no­lo­gien ent­wi­ckelt wer­den. Ein beson­de­rer Fokus liegt auf Stim­men, die in den domi­nie­ren­den KI-Debat­ten häu­fig unter­re­prä­sen­tiert sind, wie zum Bei­spiel Frau­en und indi­ge­ne Gemeinschaften.

Veranstaltungen

Als ein ers­tes High­light dür­fen wir am 18. Novem­ber ein Panel auf der 7. Jah­res­ta­gung des ICGSS vom 16. – 27. Novem­ber 2026 zum Thema:

"(Ent­an­gled Rela­ti­ons of) Arti­fi­ci­al Intel­li­gence and Water: Con­flicts over Infra­struc­tures, Epis­te­mo­lo­gies, and Power in Latin America"

lei­ten.

Eini­ge der zen­tra­len Fra­gen sind dabei: 

  • Woher kommt das Was­ser, das KI am Leben hält und wer trägt die Kosten? 
  • Wer pflegt und schützt das loka­le Wis­sen über Wasser?
  • Und wer hat das Recht, über sei­ne Bedeu­tung und Nut­zung zu entscheiden?

Die Teil­neh­men­den:

Bea­tri­ce Bona­mi: Mate­ri­al Meta­bo­lisms of AI: bet­ween water cos­mo­po­li­tics and data sove­reig­n­ty and gover­nan­ce in Sier­ra Neva­da, Colombia.

Car­los Gomes: From Water to Data and Affect: Hydro­di­gi­tal Fron­tiers, Tri­ple Expro­pria­ti­on, and Eth­nora­cial Secu­ri­tiza­ti­on in the Geo­po­li­tics of GenAI

Fran­ciel­le Var­gas: Ter­ri­to­ri­a­li­zing AI and Lar­ge Lan­guage Models: Data Cen­ters, Water, and Indi­ge­nous Ter­ri­to­ries in Chile

Anne Burk­hardt: Moderation

Ein beson­de­res High­light ist, dass Pau­lo Ana­cé einen Indi­ge­nen Com­mu­ni­ty Lea­der aus Bra­si­li­en vom Volk der Ana­cé do Kauy­pe extra für die Tagung anreist. Er ist u.a. für sei­ne Arbeit im Kampf gegen die Was­ser-inten­si­ven Prak­ti­ken der Data Cen­ter bekannt.

Eben­falls am 18. Novem­ber wird er eine Key­note-Speech zu "Our Land Is Not a Back­yard for Data Cen­ters": Ana­cé Cos­mo­lo­gies, Spec­tral War­nings, and the Fight for the Kaui­pe River hal­ten.

Wir freu­en uns sehr auf inter­es­sier­te Teil­neh­men­de und vie­le wei­te­re span­nen­de Pro­jek­te im Rah­men der Arbeitsgruppe!